Autogentechnik ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil unserer Produktpalette

Interview mit Oliver Friz, Geschäftsführer Messer Cutting Systems GmbH

Herr Friz, Sie haben im vergangenen Jahr die Geschäftsführung der Messer Cutting Systems GmbH übernommen. Welche Ziele haben Sie sich bei Ihrem Amtsantritt gesetzt?

Messer Cutting Systems ist ein global aufgestelltes Unternehmen mit 5 Produktionsstandorten in Europa, Amerika und Asien und weltweit über 20 eigenen Vertriebs- und Serviceniederlassungen. Ein Ziel ist es die Synergien und Stärken daraus zu bündeln und die Zusammenarbeit der einzelnen Unternehmensteile weiter voranzutreiben. Ebenfalls ist es mir wichtig, die technische Entwicklung unsere Maschinen und Anlagen auf dem neusten Stand zu halten und Messer zu einem Systemanbieter aufzubauen, der rund um das Thema Schneiden seinen Kunden Komplettlösungen in den Bereichen Hard- und Software, Automatisierung und Vernetzung anbieten kann.

Ein weiteres besonderes Anliegen ist es mir, den Service- und Dienstleistungsbereich unseres Unternehmens zum Vorteil unserer Kunden mit gut ausgebildeten Technikern und innovativen Produkten auszubauen.

Ihr Unternehmen sieht sich als Marktführer für Autogentechnik und bietet dazu ein Komplettprogramm. Gerade vor dem Hintergrund der Laser- und Plasma-Technologie:

Für wie zukunftsfähig halten Sie die Autogentechnik?

Unsere über 120-jährige Firmengeschichte begann mit der Autogentechnik und darauf sind wir stolz. Heute bieten wir ein modernes Maschinenprogramm mit allen verfügbaren Schneidtechnologien. Die Entwicklung unserer Plasma- und Lasermaschinen haben wir in den letzten Jahren sehr stark vorangetrieben, sodass wir heute unseren Kunden genau das anbieten können, was sie für ihre Schneidaufgabe benötigen. Das sind 2-D und 3-D Anwendungen in den Dickenbereichen von 1mm bis zu 1 Meter und Arbeitsbereiche von 3m x 1,5m bis 120m x 8m; in Sonderanwendungen auch darüber hinaus. In den Bereichen über 100mm Materialdicke, zum Beispiel für den Stahl- und Schiffsbau, setzen unsere weltweiten Kunden auch heute und in Zukunft auf die hervorragende Schnittqualität, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit der Messer Autogentechnik. Somit ist und bleibt die Autogentechnik ein wichtiger Bestandteil unserer Produktpalette.

Messer Cutting Systems ist auf allen wesentlichen Social-Media-Kanälen präsent. Für wie wichtig halten Sie diese Plattformen und wen wollen Sie damit erreichen?

In unserer digitalen Welt hat sich Social Media zu einem der wichtigsten Kommunikationskanäle entwickelt. Welche Kanäle letztlich die richtigen sind, muss jeweils genau betrachtet werden. Voraussetzung für die richtige Wahl: Kenne deine Kunden, wähle die richtige Ansprache und setze auf relevante Inhalte.

Bei Messer Cutting Systems konzentrieren wir uns auf einige wenige Kanäle, die am besten zu unserer Marke und Zielgruppe, unseren Kunden, passen. Natürlich stellen wir die Kanäle und Aktivitäten regelmäßig auf den Prüfstand. Das kontinuierliche Controlling unserer KPIs liefert uns wichtige Ansätze für die Optimierung von Kampagnen und Inhalten.

Bei aller Euphorie für die neuen Kommunikationskanäle genügt es meiner Meinung nach aber nicht, sich auf Social Media Marketing allein zu konzentrieren. Die Touchpoints entlang der Customer Journey, an denen der Kunde Informationen konsumiert, sind ganz unterschiedlich. Für uns bleibt auch der persönliche Kontakt, zum Beispiel auf Messen, sehr wichtig. Daher setzen wir bei Messer Cutting Systems auch weiterhin auf eine Verknüpfung von Offline und Online-Medien.

Industrie 4.0 und Digitalisierung sind nach wie vor in aller Munde. Welche Bedeutung haben diese Themen für Ihr Unternehmen?

Der Weg zu einer vernetzten Umgebung lässt sich nicht mehr aufhalten. Die Vorteile, die sich für unsere Kunden dadurch ergeben, werden immer greifbarer. Zum Beispiel wird durch die intelligente Vernetzung von Anlagen eine effizientere Energienutzung ein führendes Thema sein. Industrie 4.0 wird von uns insbesondere im Rahmen unserer Strategie als Lösungsanbieter für den Kunden adressiert. Dies sind hauptsächlich Softwarelösungen, die es den Kunden erlauben unsere Maschinen besser in die Produktionsprozesse zu integrieren und damit eine digitale Fertigung, höhere Transparenz, Produktivität und Automatisierung zu erzielen.

Die Messer-Gruppe hat im März dieses Jahres die Übernahme des überwiegenden Teils des Gase-Geschäftes der Linde AG in Nordamerika bekannt gegeben. Inwiefern wird sich dies auf Messer Cutting Systems auswirken?

Die Synergien, die wir bereits in Europa und Asien durch die Verbindung zu unseren Kollegen von der Gase-Sparte haben, wollen wir auch auf Nordamerika ausweiten. Einerseits wird die Marke Messer auf dem amerikanischen Kontinent stark an Bedeutung gewinnen und andererseits erreichen wir durch die erhöhte Marktpräsenz den Zugang zu neuen Kunden, die sich für unsere Maschinen und das Verschleißteilegeschäft interessieren.

Zur Person

Oliver Friz ist Geschäftsführer der Messer Cutting Systems GmbH. Nach dem Abschluss eines Maschinenbaustudiums und einem ergänzenden MBA-Studium übernahm er zunächst in diversen Unternehmen die Funktion als Vertriebs- und Niederlassungsleiters sowie des Geschäftsführers. Als Managing Director / Senior Vice President der Bystronic Deutschland GmbH wechselte er am 1. April 2018 zu Messer nach Groß-Umstadt. Neben der dortigen Firmenzentrale verantwortet Oliver Friz die europäischen Landesgesellschaften der Messer Cutting Systems GmbH.

Zu Messer Cutting Systems

Messer Cutting Systems ist ein globaler Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für die metallverarbeitende Industrie. Das Unternehmen ist mit mehr als 900 Mitarbeitern an 5 Haupt-Standorten mit Produktionsstätten und in mehr als 50 Ländern vertreten. Die Produktpalette umfasst Autogen-, Plasma- und Laserschneidanlagen, von handgeführten Maschinen bis hin zu Sondermaschinen für den Schiffbau sowie Maschinen und Anlagen für das Autogenschweißen, Schneiden, Löten und Wärmen. Ersatzteile, Reparaturen, Modernisierung, Wartung und Service sowie Umwelttechnik für die Systeme runden das Programm ab. Hauseigene Software-Lösungen optimieren Produktions- und Geschäftsprozesse. Ergänzt wird die Produktpalette um Lösungen von Technologie-Partnern, wie zum Beispiel im Bereich Automation.