Auch in der Schweißtechnik gewinnen Digitalisierung und Vernetzung zunehmend an Bedeutung.

Interview mit Gerd Weissenfels, Geschäftsführender Gesellschafter IBEDA Sicherheitsgeräte und Gastechnik GmbH & Co. KG

Herr Weissenfels, Sie sind seit der Mitgliederversammlung im Mai neuer Vorsitzender
des Fachverbandes Schweiß- und Druckgastechnik. Welche Themen sehen Sie für die Verbandsarbeit als besonders relevant an?

In erster Linie sehe ich die Aufgaben unseres Fachverbandes Schweiß- und Druckgastechnik darin, die Interessen der Mitgliedsfirmen national und auch international zu vertreten. Ein wichtiger Punkt ist, die Vorzüge unserer Technologie und den technisch hohen Standard unserer Produkte weiter herauszustellen. Hierbei ist die internationale Normung für das exportorientierte Deutschland von großer Bedeutung. Hinzu werden immer wieder aktuelle Themen kommen. Ein Beispiel ist REACH, Listung von Blei als SVHC-Stoff, wobei es zu gravierenden Einflüssen auf die Herstellung unserer Produkte kommen kann. Hier gilt es immer wieder, unter Einbeziehung von Umwelt und Gesundheit, unsere Interessen zu vertreten.

Industrie 4.0 bzw. „Open Platform Communication“ sind nach wie vor in aller Munde. Wie wichtig ist dieses Thema für die Autogentechnik-Branche?

Auch in der Schweißtechnik gewinnen Digitalisierung und Vernetzung zunehmend an Bedeutung. Mehr Transparenz in der eigenen Fertigung, eine höhere Auslastung der Maschinen und Kosteneinsparungen durch effizienten Ressourceneinsatz sind Ziele, die im Produktionsalltag künftig mithilfe vernetzter Produkte optimierten werden können. Maschinen und Anlagen verschiedener Hersteller sollen miteinander vernetzt werden. Denn Industrie 4.0 ist weit mehr, als nur die eigenen Produkte zu digitalisieren: Fertigende Betriebe mit ganzheitlichen Lösungen bei der Erhöhung ihrer Effizienz, Termintreue und Kostenoptimierung zu unterstützen, sind die wichtigsten Ziele. Immer dann, wenn diese Ziele mit I4.0 unterstützt werden können und sich ein Mehrwert ergibt, macht es Sinn. Für die Autogentechnik ist das, wie in vielen anderen Bereichen auch, von Fall zu Fall oder von Produkt zu Produkt zu betrachten, ob sich ein Mehrwert ergibt. Bei z.B. Sicherheitseinrichtungen und Handschweißgeräten sehe ich so schnell keine Digitalisierung. Bei zentralen Gasversorgungsanlagen oder Brennschneidmaschinen ist das schon lange ein Thema, welches sicher noch zunimmt.

IBEDA ist der weltweit führenden Hersteller von Gas-Sicherheitseinrichtungen. Wie wichtig ist das Thema Normung für Sie? Inwiefern stellen Plagiate eine Bedrohung für Anbieter und Anwender dar?

Internationale Normung ist ein sehr wichtiges Thema, welches wir auch im Verband intensiv mitgestalten. Weltweite Standards sind besonders für die deutsche exportorientierte Industrie, sehr wichtig. Problematisch sind jedoch Plagiate, die als normkonforme Produkte gekennzeichnet sind und einer entsprechenden Überprüfung nicht standhalten. Ob eine Sicherheitseinrichtung nach DIN EN ISO 5175-1 im Extremfall einen Flammenrückschlag aufhält, kann der Anwender nicht überprüfen und muss auf die Kennzeichnung durch den Hersteller vertrauen. Weder national noch international gibt es wirksame Kontrollen, die Hersteller und Anwender vor mangelhaften Plagiaten schützen. Eine Zertifizierung der Produkte entsprechend der Normung durch akkreditierte Prüfinstitute ist sicher sehr hilfreich, um dem Anwender Gewissheit zu geben, dass im Ernstfall ein Flammenrückschlag aufgehalten wird.

Ihr Unternehmen ist unter anderem auf der Business-Plattform LinkedIn vertreten. Welche Bedeutung messen Sie Social-Media-Kanälen für die Unternehmenskommunikation zu?

Die Bedeutung von Social-Media-Kanälen sehe ich für unser Unternehmen aktuell noch sehr überschaubar. Offene Stellen konnten wir bisher noch immer ohne Social-Media besetzen. Als in der Region verwurzeltes Unternehmen stehen wir im Wettbewerb zu anderen in der Umgebung ansässigen Unternehmen. Hier haben wir auch im Vergleich als Arbeitgeber einen guten Namen. Kunden nutzen bevorzugt unsere Homepage als erstes Informationsmedium. Dies zeigen die täglichen Besucherzahlen deutlich. Persönlichen Kontakten messe ich nach wie vor jedoch eine deutlich höhere Bedeutung zu. Das Thema Social-Media wird jedoch in Zukunft unweigerlich weiter zunehmen und wir werden daher diese Kanäle auch immer intensiver bespielen müssen.

Zur Person

Gerd Weissenfels wurde am 13.10.1961 in Eitorf geboren. Nach dem Wehrdienst trat er 1982 in die Fa. IBEDA ein. Berufsbegleitend absolvierte er die Ausbildung zum Maschinenbautechniker und Betriebswirt und wurde 1990 zum Geschäftsführer berufen. In einem Management-Buy-out übernahm Herr Weissenfels 2001 mehrheitlich die Geschäftsanteile der IBEDA GmbH & Co. KG und ist seither geschäftsführender Gesellschafter.

Zu IBEDA Sicherheitsgeräte und Gastechnik GmbH & Co. KG

Die IBEDA Sicherheitsgeräte und Gastechnik GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Neustadt (Wied). Schwerpunkte sind die Entwicklung, Fertigung und der Vertrieb von Sicherheitseinrichtungen und Kupplungen. Das IBEDA - Produktprogramm reicht von Gasversorgungsanlagen über Entnahmestellen, Sicherheitsarmaturen, Prüfgeräten, Schweiß- und Schneidgeräten sowie Sonderbrennern für die Wärmetechnik bis hin zu Produkten im Bereich des thermischen Spritzens.